Welchen Nutzen können Pflegende durch ein Coaching gewinnen?


Pflegende werden meist als stille Begleiter auf dem Weg von Krankheit zur Gesundheit wahrgenommen. Die Stimme der Pflege in der Gesellschaft ist in unserer heutigen Zeit lauter geworden. Pflegende werden in ihrer Rolle wertschätzend anerkannt.  Die Pflegenden in den Kliniken und Heimen versuchen,  mit allen Kräften und mit allen Möglichkeiten, einen Fachkräftemangel innerhalb des Berufstandes,  auszugleichen. Wie dies im Augenblick in vielen Kliniken aussieht, kennt man aus unterschiedlichen Meldungen aus den Medien. Die hohe Burnout Rate unter Pflegekräften ist nicht zu verschweigen. Ein knappes Drittel der Pflegekräfte in Deutschland ist burn-out-gefährdet. Der direkte Ausstieg aus dem Job heißt in der Regel immer noch Kündigung. Zuvor haben die Menschen  meist schon eine innere Kündigung für sich entschieden. Schwierig ist die Lage für sie, da ein Verlust der Empathie und ein schwindendes Mitgefühl den Bedürfnissen, der ihnen anvertrauten Menschen nicht mehr aufgebracht werden kann. Bevor es zu einer inneren Kündigung kommen kann, sollte sich das System einmal Gedanken machen, welche Maßnahmen wirklich einen nachhaltigen Nutzen haben können.  Durch ein gezieltes Coaching für Menschen in der Pflege,  wird eine Form der Kommunikation wirksam, die es dem Klienten ermöglicht, die eigenen Ressourcen zu stärken, wahrzunehmen und gezielt einzusetzen, um mit den Anforderungen im beruflichen Alltag umgehen zu können. Im Coaching steht am Anfang das Zuhören. Durch ein aktives Zuhören, wird es dem Coach möglich sich auf den Klient, empathisch und aufmerksam einzulassen um auf einen gemeinsamen Weg zu gehen. Durch die Möglichkeit, den Klient in seiner Welt abzuholen, kann im Coaching ein Rahmen geschaffen werden, in dem Klienten die Chance haben, ihre eigenen Stärken, Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entdecken. Fragen sind im Coaching sehr wichtig. Fragen lenken innere Suchprozesse, verschaffen Erleichterung, klären auf und verwirren auch manchmal.  Auf dem Weg zum Ziel helfen im Coaching unterschiedliche Methoden. Ansätze beispielsweise  aus dem NLP, dem Hypnocoaching, der Akzeptanz und Commitment-Therapie, können dabei für Pflegende sehr hilfreich sein, die eigenen Stärken und Ressourcen wahrzunehmen. Wenn es Klienten durch eine gemeinsame Reflexion im Coaching gelingt, die neu und wiedergewonnen Erkenntnisse in ihre Lebenswelt zu integrieren, ist das ein toller Weg,  Menschen in einer Phase der Krankheit und Gesundheit, zu begleiten. 


Angebot für pflegende Angehörige


 Wenn plötzlich einer Ihrer Angehörigen pflegebedürftig wird, gilt es, schrittweise  vorzugehen. Möglicherweise sind Sie bisher noch nicht mit dem Thema Pflege in Berührung gekommen und müssen sich erst einmal einarbeiten und informieren. Hier gibt es mittlerweile ein breites Angebot an Beratungsstellen in den Behörden und in sozialen Einrichtungen der Städte und Länder. Coaching als weitere Form der Unterstützung, losgelöst von Beratungsstellen, wird immer häufiger auf dem Markt angeboten und genutzt. In einem geschützen Raum, über neue Wege nachzudenken und die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten zu erforschen und zu reflektieren, ist eine wertvolle Erfahrung, die immer mehr Menschen nutzen. Die Zeit die sie sich dafür nehmen, ist im Rahmen einer Beratung die praktische Hilfsangebote wie Kostenübernahmen, Beschaffung von Pflegehilfsmitteln ect. anbietet, meist nicht da. 

Die psychoemotionalen Aspekte wie beispielsweise die Gefühle oder  die Emotionen, die verstanden werden möchten, können in einer Beratung, in der meist praktische Handlungsmöglichkeiten angeboten werden, nicht näher betrachtet werden. 

 Interessant ist es einmal festzustellen, dass man, mit der Situation nicht alleine dasteht. Von den derzeit ca. 2,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden ca. 70% häuslich gepflegt, davon zwei Drittel durch Familienangehörige und ein Drittel von ambulanten Pflegediensten. Pflegende Familienangehörige sind zu ca. 70% Frauen.

 Die Pflege kranker Angehöriger ist keine einfache Aufgabe. Wer seine Eltern, seinen Partner oder sein Kind pflegt, leistet jeden Tag Großartiges. Oft gehen Pflegende an ihre Grenzen und darüber hinaus. Die Folgen dieser seelischen und körperlichen Überlastung können unterschiedlich sein. Neben körperlichen Zeichen wie, Schlafstörungen, Müdigkeit oder länger andauernde Schmerzen, zeichnen sich möglicherweise seelische Beschwerden ab, die auf ein beginnendes Burn- Out- Syndrom hindeuten können. Sich selbst aus dem Zustand einer Erschöpfung ohne Unterstützung, zu bringen, gelingt den wenigsten Menschen.

 Persönlichkeitsstärkung durch Coaching, lässt die eigenen Kräfte wahrnehmen und Ressourcen erkennen, die nötig sind, mit den Anforderungen umzugehen.
 Klarheit in der eigenen Rolle lässt zu, dass Situationen in denen Sie sich im Augenblick befinden, akzepiert werden können.
 Coaching hilft die eigenen Grenzen zu erkennen und neue Wege zu gehen.





 Mitarbeiterbindung in der Pflege 


Es ist allgemein bekannt, dass Ziele im Gesundheitssystem erreicht werden können, wenn eine nachhaltige Gesundheitsversorgung aufrechterhalten werden kann. Dazu ist ein großes und stabiles Potenzial an Fachkräften aus der Pflege nötig. Darüber wird im Gesundheitssystem nachgedacht und dieses Wissen wird zum Thema gemacht. Das zeigen viele Studien und Publikationen im Zusammenhang mit Mitarbeiterbindung. Immer dann, wenn eine Pflegefachperson ein Gesundheitsunternehmen verlässt, hat das Auswirkungen für den einzelnen Mitarbeiter, für die Einrichtung und für die Klienten im Unternehmen. Das Unternehmen muss auf die entstehende Kompetenzlücke antworten. Übergangslösungen, helfen Zeit zu gewinnen, um die Lücke zu überwinden. Wenn eine Nachfolge gefunden wurde, bedarf es Zeit und einen erhöhten Arbeitsaufwand, bis das Niveau an Leistung wieder erreicht wird, das vor dem Bruch vorhanden war. Heute ist aufgrund des Fachkräftemangels die Zahl der Bewerber überschaubar und die negativen Folgen nehmen zu. Eine hohe Fluktuationsrate können eine zerstörerische Patientenversorgung und eine langfristige negative Auswirkung auf die Finanzlage des Unternehmens haben. Das Arbeitsumfeld kann ein wichtiger Faktor für die Mitarbeiterbindung sein. Das Arbeitsvolumen sollte nicht zu groß werden und die Arbeitsumgebung sollte unproblematisch gestaltet werden. Die Arbeitszufriedenheit der Pflegenden ist ein individuelles Gefühl und wird beeinflusst von einer ausgewogenen Balance zwischen Arbeit und Privatleben. Eine schlechte Arbeitsumgebung und untragbar hohe Belastungen in der Arbeit können zu Behandlungsfehlern führen. Stress und drohendes Burnout sind die Folge, verbunden mit hohen Ausfallquoten und hohen Fluktuationsraten der Pflegenden. Bessere Arbeitsbedingungen motivieren durch eine höhere Leistungsfähigkeit Pflegende und führen langfristig zu einer besseren Pflegequalität. Eine gute Pflegequalität motiviert Pflegende in der Regel, da ein Sinn ihrer Arbeit sichtbar wird. Um Mitarbeiter in der Pflege halten zu können, sollten unterschiedliche Interventionen in Unternehmen mit bedacht werden und umgesetzt werden. Pflegende müssen die Möglichkeit haben, durch Bildung, neue Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft in der täglichen Arbeit einzubringen. In Form einer Regulierung der Aufgaben, einer Verteilung der Aufgabenfelder durch Pflegeteams mit unterschiedlichen Kompetenzbereichen Pflegehilfskräfte, Fachkräfte, akademisch gebildete Pflegende..) kann durch einen sogenannten Skill-Mix, die Qualität in der Versorgung von Klienten gewährleistet werden. Finanzielle Anreize sollten angemessen umgesetzt werden, um Mitarbeiter langfristig zu halten. Ein weiterer wichtiger Aspekt, ist die professionelle und persönliche Unterstützung der Mitarbeitenden. Durch ein gezieltes Coaching von Mitarbeitenden und Führungskräften, durch Angebote wie Supervisionen, können die Teams Themen aus dem Alltag reflektieren und sich dadurch stabilisieren. Die Bildung eines beruflichen Netzwerkes, kann Sicherheit vermitteln und führt zu einem langfristigen Stärkungsgefühl. Angebote von Führungskräften für Mitarbeitende in Form von Programmen zur Karriereentwicklung sind für die neue Generation von Pflegenden wichtig, da vor allem diese Generation an Weiterentwicklung und Kompetenzgewinn interessiert ist.